Was ist ein Grundbuchauszug und wann benötige ich einen?

Ein Grundbuchauszug ist im Rahmen eines Immobilienverkaufs oder einer Beleihungsprüfung notwendig. Doch welche Informationen enthält er und wo kann er beantragt werden? Lesen sie hier alles Wichtige zum Thema Grundbuchauszug.



Inhalt:

  1. Was ist ein Grundbuchauszug?
  2. Welche Informationen stehen im Grundbuch?
  3. Wann brauche ich einen Grundbuchauszug?
  4. Wo kann ich einen Grundbuchauszug beantragen?
  5. Brauche ich einen beglaubigten oder unbeglaubigten Grundbuchauszug?
  6. Was ist ein Grundbuchauszug?



1. Was ist ein Grundbuchauszug?

Der Grundbuchauszug ist eine vollständige Abschrift aller Grundbucheintragungen zu einem Grundstück oder zu einer Immobilie. Der Auszug aus dem Grundbuch beinhaltet Informationen zu den Eigentumsverhältnissen des Grundstücks, zu Nießbrauchrechten, Grundschulden, Hypotheken und weiteren Grundpfandrechten.

2. Welche Informationen stehen im Grundbuch?

Der Grundbuchauszug ist eine vollständige Abschrift aller Grundbucheintragungen zu einem Grundstück oder zu einer Immobilie.

Das Grundbuch ist ein amtliches Verzeichnis aller Grundstücke eines Gemeindebezirks. Das Grundbuch enthält Informationen zu den Eigentumsverhältnissen, sowie zu allen mit dem Grundstück verbundenen Rechten und auf ihm liegenden Lasten. Durch diese Informationen soll das Grundbuch Klarheit über die Rechtsverhältnisse an einem Grundstück schaffen.

Ein Grundbuch besteht aus folgenden Teilen:

  • Aufschrift: Hier sind das zuständige Amtsgericht, der Band sowie das Blatt des Grundbuchs vermerkt.
  • Bestandsverzeichnis: Hier finden sich Angaben zur Lage und Größe des Grundstücks oder der Immobilie. Auch das Wohnungseigentum, das Erbbaurecht oder ein Wegerecht werden hier aufgeführt.
  • Abteilung: Hier sind die Eigentümer oder die Erbbauberechtigte vermerkt. Falls es mehrere Eigentümer oder Erbbauberechtigte gibt, gibt das Grundbuch auch Auskunft über ihre jeweiligen Anteile und zu ihrem Gemeinschafts- oder Gesellschaftsverhältnis. Die Einträge in der 1. Abteilung des Grundbuchs müssen immer geändert werden, wenn das Grundstück oder die Immobilie den Besitzer wechselt. Ein Auszug aus diesem Bereich des Grundbuchs gilt als Beleg für die Eigentümerschaft.
  • Abteilung: Hier werden Lasten und Beschränkungen des Grundstücks eingetragen. Zu den Lasten gehören Reallasten, Nießbrauchrechte, das Erbbaurecht, Vorkaufsrechte oder Wegerechte. Die Beschränkungen können Zwangsversteigerungs- oder Insolvenzvermerke umfassen.
  • Abteilung: Hier werden alle Grundpfandrechte wie Hypotheken, Grundschulden, Pfandrechte oder Rentenschulden festgehalten. Ein Auszug aus der 3. Abteilung des Grundbuchs kann vor allem für Banken interessant sein.

In den genannten Abteilungen des Grundbuchs wird für jedes Grundstück ein eigenes Grundbuchblatt angelegt. Auf dem Blatt finden sich die entsprechenden Informationen. Im Rahmen eines Immobilienkaufs oder -Verkaufs müssen sie aktualisiert werden und die neuen Eigentumsverhältnisse abbilden. Die einzelnen Blätter des Grundbuchs werden nach Bezirken in Bändern gebündelt. Die Bänder ihrerseits bilden das Grundbuch. Wenn Sie einen Antrag auf einen Auszug aus dem Grundbuch stellen möchten, müssen Sie die Blattnummer zu ihrem Grundstück kennen.

3. Wann brauche ich einen Grundbuchauszug?

  • Für den Immobilienverkauf: Ein Grundbuchauszug wird im Rahmen eines Immobilienverkaufs benötigt. Wenn Sie Ihr Grundstück verkaufen möchten, müssen Sie die entsprechende Abschrift aus dem Grundbuch beantragen, um belegen zu können, dass Sie wirklich der Eigentümer und zum anstehenden Verkauf berechtigt sind. Diesen Nachweis müssen Sie gegenüber dem Käufer erbringen.
    Kaufinteressenten können anhand dieses Dokuments außerdem erfahren, ob auf dem Grundstück etwa die Rechte Dritter lasten. Das Dokument muss im Rahmen des Immobilienverkaufs auch dem Notar vorgelegt werden, damit er sich von der rechtmäßigen Eigentümerschaft überzeugen kann.
  • Für die Beleihungsprüfung: Außerdem ist der Grundbuchauszug auch die Voraussetzung für ein Immobilienkredit und muss im Rahmen der dazugehörigen Beleihungsprüfung der Bank vorgelegt werden. Ein Immobilienkredit wird in der Regel über die Grundschuld abgesichert, die im Grundbuch festgehalten ist. Sollte der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen später nicht nachkommen können, hätte die Bank dann das Recht, die Immobilie in letzter Instanz zu veräußern. Deswegen wird vor der Gewährung eines Immobilienkredits nicht nur die Kreditwürdigkeit des Kreditnehmers geprüft, sondern es findet auch eine Beleihungsprüfung statt. Dabei überprüft die Bank, ob die Grundschuld, die im Grundbuch eingetragen ist, wirklich werthaltig ist. Für die Beleihungsprüfung müssen Sie der Bank einen Grundbuchauszug vorlegen.
    Bei der Gewährung eines Kredits bestehen die Banken außerdem darauf, im ersten Rang des Grundbuchs eingetragen zu werden, damit sie im Falle einer Zwangsversteigerung als Gläubiger zuerst bedient werden können.

4. Wo kann ich einen Grundbuchauszug beantragen?

Wenn Sie einen Auszug aus dem Grundbuch beantragen möchten, müssen Sie sich an das zuständige Grundbuchamt wenden. Das ist das Amtsgericht in dessen Bezirk das betreffende Grundstück gelegen ist. Wenn Sie ein berechtigtes Interesse an dem Grundstück nachweisen können, können Sie das Grundbuch einsehen und einen Auszug beantragen. Ein berechtigtes Interesse haben u. A. die Eigentümer und die Käufer eines Grundstücks. Heutzutage ist es möglich, den Antrag auch online zu stellen und sich dadurch Zeit und den Gang zum Grundbuchamt zu sparen.

5. Brauche ich einen beglaubigten oder unbeglaubigten Grundbuchauszug?

Bevor Sie einen Grundbuchauszug anfordern, sollten Sie sich informieren, ob Sie eine beglaubigte oder unbeglaubigte Fassung brauchen. Ob Sie eine einfache Kopie oder einen durch eine Amtsperson beglaubigten Grundbuchauszug benötigen, wird von der Stelle entschieden, der sie das Dokument vorlegen müssen. Wenn Sie das Dokument lediglich für Ihre eigenen Unterlagen brauchen, ist die unbeglaubigte, günstigere Kopie, vollkommen ausreichend. Im Rahmen eines Grundstücksverkaufs oder einer Beleihungsprüfung ist dagegen ein beglaubigter Auszug aus dem Grundbuch notwendig.