Austauschpflicht für alte Heizkessel

Die Bundesregierung hat am 16. Oktober 2013 eine neue Energieeinsparverordnung (EnEV) verabschiedet, welche eine Austauschpflicht für Heizkessel vorsieht. Mit dieser Verordnung und den damit einhergehenden höheren Anforderungen an die Wärmedämmung und an Heizungsanlagen soll das Ziel, den Energieverbrauch durch Heizungen und Warmwasser bis 2050 um 80% zu senken, erreicht werden. Welche Pflichten Immobilienbesitzer hinsichtlich Ihrer Heizungsanlage nachgehen müssen und in welchen Fällen ein Austausch des Heizungskessels laut EnEV nötig ist, lesen sie im Folgenden.  

Für wen gilt die Austauschpflicht?

Die neue EnEV verordnet ab 2015 eine Austauschpflicht für Heizkessel, die vor dem 1. Januar 1985 eingebaut oder aufgestellt worden sind. Zuvor galt die Pflicht zum Austausch für Heizkessel, die vor dem 1.10.1978 eingebaut wurden und mit flüssigen oder gasförmigen Brennstoffen betrieben werden.  

Wieso lohnt sich ein Austausch?

Alte Heizungen verursachen auf Grund von veralteter Technik sehr hohe Energiekosten. Durch neue Heizkessel ließe sich ca. 10-25 % Energie einsparen. Außerdem verschmutzen alte Heizkessel durch hohen CO² Ausstoß die Umwelt und somit sollen neue Heizkessel den umweltschädlichen CO² Ausstoß minimieren. Alte Heizkessel gegen moderne auszutauschen lohnt sich also deshalb, da moderne Öl- und Gasbrennwertheizungen fast doppelt so effizient und schadstoffärmer heizen. Des Weiteren brauchen moderne Heizungssysteme oft auch weniger Platz. Die Einhaltung der Verordnung wird nach den jüngsten Verschärfungen der EnEV vom Schornsteinfeger überprüft. Sollte die Vorschrift nicht eingehalten werden, drohen Eigentümern Bußgelder von bis zu 50.000 Euro. Auch wenn die eigene Immobilie nicht von der Kesselaustauschplicht betroffen ist, kann sich in manchen Fällen ein Austausch lohnen, da die meisten Heizungsanlagen bereits nach 15 Jahren veraltet sind und somit der Energieeffizienz Ihrer Immobilie schaden können. Falls Sie bereits Ihren alten Heizkessel gegen einen moderneren ausgetauscht haben, können Sie hier nachlesen, wie Sie am besten Heizkosten sparen.
Die Austauschpflicht für alte Heizkessel und der damit verbundene Einbau moderner Heizungssysteme ermöglicht schadstoffärmeres und effizienteres Heizen.

Die Austauschpflicht für alte Heizkessel und der damit verbundene Einbau moderner Heizungssysteme ermöglicht schadstoffärmeres und effizienteres Heizen.

Gibt es Ausnahmen?

Einige Ausnahmeregelungen sorgen dafür, dass nicht alle alten Heizungen ausgetauscht werden müssen. Von der Austauschpflicht ausgenommen sind beispielsweise Brennwertkessel und Niedertemperaturheizkessel, die einen besonders hohen Wirkungsgrad aufweisen. Die Pflicht zum Austausch greift also nur für alte Heizkessel, d.h. nur im Falle von alten Konstanttemperaturkesseln bzw. Standardkesseln. Ebenfalls ausgenommen sind Eigentümer von Ein- und Zweifamilienhäusern, die in diesen Häusern seit dem 1. Februar 2002 mindestens eine Wohnung selbst genutzt haben. Die Austauschpflicht ist nur im Falle eines Eigentümerwechsels nach dem 1. Februar 2002 vom neuen Eigentümer innerhalb von zwei Jahren zu erfüllen. Auch für Heizungen mit einer Nennleistung unter vier Kilowatt oder über 400 Kilowatt sowie für Heizkessel, mit denen ausschließlich Warmwasser bereitet wird, gilt die Austauschpflicht nicht. Küchenherde und Geräte, welche Warmwasser liefern und welche hauptsächlich dazu dienen, den Raum, in dem sie aufgestellt oder eingebaut sind, zu beheizen, sind ebenfalls von der Austauschpflicht ausgeschlossen.  

Wie finde ich den richtigen Heizkessel?

Beim Austausch Ihres Heizkessels sollten Sie sich am besten von einem Energieberater beraten lassen, da der neue Heizkessel auf Ihren individuellen Heizbedarf angepasst werden sollte. Ein Energieberater ermittelt diesen persönlichen Energiebedarf und kann auf Basis von individuellen Gegebenheiten vor Ort, wie beispielsweise der Gebäudehülle und Dämmung sowie der Energieverteilung im Haus, die für Ihre Ansprüche am besten geeignete Heizung empfehlen.